Okuizome - Das erste Mahl

Okuizome (お食い初め) wird mit den japanischen Zeichen fuer "Essen" (食) und "erstes Mal" (初) geschrieben.
Es bedeutet also "das erste Mahl".


Diese Zeremonie fuehren alle japanischen Eltern am 100. Tag nachdem das Baby geboren ist durch.

Die Speisen, von denen jede einzelne eine Bedeutung hat werden vor dem Baby platziert und die Eltern "fuettern"es mit Staebchen. Natuerlich isst das Baby nicht wirklich sondern nuckelt wenn ueberhaupt etwas daran. Dieser Ritus ist nur symbolisch gedacht und soll versichern, dass das Baby von diesem Tag an niemals hungrig sein soll und es immer genug zu essen hat. 
Frueher galt in Japan die Regel, dass nach dem 100. Tag langsam angefangen werden darf, normale Breinahrung einzufuehren und das Baby von dem Tag an langsam an richtiges Essen zu gewoehnen.


Nach den Speisen beisst das Baby (natuerlich wieder symbolisch) auf einen vorher gesegneten Stein, was fuer starke, gesunde Zaehne steht.

Ausserdem wird mit diesem Fest auch den Goettern dafuer gedankt, dass das Baby noch unter den Lebenden weilt.
Diese Traditionen stammen aus einer Zeit, in der in den ersten 3 Monaten oder wie hier 100 Tagen ein sehr grosser Prozentsatz von Neugeborenen vorzeitig starben.
Dies lag unter anderem an der unzureichenden medizinischen Versorgung und der fehlenden Hygiene damals.
Und sogar heute noch gelten die ersten 6 Monate als gefaehrlich fuer SIDS, den ploetzlichen Kindstod.

Die Speisen:



Jede Familie und jeder Ort hat wahrscheinlich andere Speisen in dem Okuizome Menue.
Ein paar bleiben jedoch fast ueberall gleich.

Tai:
Seebrasse/Dorade. Der Fisch wird gebacken oder gegrillt, wobei die Flossen dick mit Salz bedeckt werden damit sie im Ofen oder Grill nicht verbrennen und abfallen.
Der Schwanz und die Flossen des Fisches sollten am besten nach oben schauen, so dass er lebendiger aussieht. Diese Art der Zubereitung nennt man "Tai no Shioyaki", also mit Salz gebackene Seebrasse.

Sekihan:
Dies ist eine Zubereitungsart von Reis und heisst wortwoertlich uebersetzt "roter Reis".
Der Reis wird mit Azuki Bohnen gekocht, sodass dieser deren Farbe etwas annimmt und leicht roetlich wird. Da in Japan rot die Farbe der Festlichkeiten ist wird dieser Reis bei allen moeglichen Festen gereicht, ob Hochzeiten, Geburt oder Geburtstagen.

Tako:
Ein Otopus Arm. Dieser wird scheinbar nur in der Osaka-Gegend benutzt. Der Oktopus isst sich in Notzeiten selbst auf, wusstet ihr das? Er faengt an seine Tentakel abzufressen, die allerdings wieder nachwachsen. Der Arm steht fuer das Talent, auch in schwierigen Hungerzeiten auskommen zu koennen.

Konomono/Tsukemono: 
Eingelegtes Gemuese

Nimono:
Gekochtes oder gedaempftes Gemuese

Klare Suppe

Stein:
Der Stein ist immer dabei. :)
Von dem war Haruki allerdings wenig begeistert :D




Wenn ihr gern mehr ueber japanische Riten fuer Babys und Kinder lesen wollt, koennt ihr das hier

Rinchan's Welt

Mein Name ist Rin, ich bin 25 Jahre alt und moechte euch in diesem Blog einen kleinen Einblick in mein Leben in Japan geben. Viel Spass beim Stoebern und mehr ueber mich findet ihr bei "About me".

Kommentare:

  1. Ich finde es immer wieder spannend wenn du über die ganzen Traditionen berichtest! Man hat ja sonst kaum so einen hautnahen Zugang dazu. :)

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    1. Danke, das freut mich :)
      Ich bin ein sehr grosser Fan asiatischer Traditionen (der meissten jedenfalls) und es macht mir Spass, mich darueber zu informieren :)

      LG Rin

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  2. Wirklich interessant. So merkwürdig das für uns hier auch wirkt... es macht alles Sinn. Es ist durchdacht, man glaubt und symbolisiert so schöne Wünsche für das Kind. Das gefällt mir!

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    1. Danke :)
      Ich finde es auch total interessant und finde es etwas schade, dass es bei uns in Deutschland nicht mehr solche Traditionen gibt. Mir faellt spontan bis auf die Taufe, die mir allerdings etwas zu Religioes ist keine einzige ein. :(

      LG Rin

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  3. Hey~
    Ich finde es auch sehr interessant. Dieses Ritual kannte ich noch gar nicht, aber ich finde es irgendwie gar nicht so verkehrt.
    Und dein Kleiner ist echt süß <3

    Melanie

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    1. Danke :) Ich finde es auch interessant und es macht mir total Spass neue Traditionen kennen zu lernen und darueber zu lernen :)
      Und ja, er ist wirklich zu putzig ^^ Ich kann meine Finger gar nicht von ihm lassen. Zu knuddelig :P

      LG

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